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Ersatzkraftverfahren in Österreich: Was es ist und wie es in der Praxis abläuft

Warum das Verfahren existiert, was es für Betriebe bedeutet — und was wirklich passiert wenn das AMS Bewerber zuteilt.

Wer einen Saisonmitarbeiter aus einem Drittstaat einstellen möchte, kommt am Ersatzkraftverfahren nicht vorbei. Es ist ein gesetzlich vorgeschriebener Schritt im Antragsprozess — und für viele Betriebe der erste Kontakt mit einer Behörde die sie bisher kaum kannten. Dieser Artikel erklärt was dahintersteckt.


Was das Ersatzkraftverfahren ist

Das Ersatzkraftverfahren ist die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung ob eine offene Stelle nicht vorrangig mit einer österreichischen oder EU-Arbeitskraft besetzt werden kann. Die Grundlage dafür ist das Ausländerbeschäftigungsgesetz — es legt fest dass Drittstaatsangehörige erst dann eine Beschäftigungsbewilligung erhalten können, wenn nachgewiesen ist dass keine geeignete inländische Arbeitskraft verfügbar ist.

Das Verfahren ist kein Hindernis, sondern ein geregelter Prozess. Das AMS führt es routinemäßig durch und begleitet die Betriebe dabei aktiv.


Wie das Verfahren konkret abläuft

Nach der Antragstellung aktiviert das AMS das Ersatzkraftverfahren. Die offene Stelle wird dabei österreichweit ausgeschrieben — sobald eine Unterkunft zur Verfügung gestellt wird, gilt die Ausschreibung überregional. Das bedeutet dass sich theoretisch Bewerber aus ganz Österreich melden können.

Das Verfahren dauert in der Regel 10 Arbeitstage. In dieser Zeit können vom AMS vorgemerkte Arbeitsuchende die Stelle annehmen. Wird die Bewerberliste vom AMS aktualisiert, verlängert sich das Verfahren — auf beispielsweise 14 Arbeitstage.

Am Ende des Verfahrens meldet sich der zuständige AMS-Sachbearbeiter beim Betrieb — in der Regel telefonisch. Der Betrieb gibt dann Rückmeldung ob sich zugeteilte Bewerber tatsächlich gemeldet haben, ob Vorstellungsgespräche stattgefunden haben und warum eine Besetzung mit einer Ersatzkraft nicht möglich war.

Diese Rückmeldung muss spätestens bis Donnerstag abgeschlossen sein damit der Antrag in der darauffolgenden Woche vom Regionalen Beirat behandelt werden kann.


Was in der Praxis passiert

Die Realität des Ersatzkraftverfahrens sieht in den meisten Fällen so aus: Die zugeteilten Bewerber melden sich nicht beim Betrieb. Das hat verschiedene Gründe — fehlende Sprachkenntnisse für eine Stelle in der Gastronomie, kein Interesse an der konkreten Tätigkeit, oder ein Lebensmittelpunkt am anderen Ende Österreichs. Da die Stelle überregional ausgeschrieben wird, kann es vorkommen dass jemand aus Wien für eine Stelle in einem Tiroler Berghotel zugeteilt wird — und schlicht kein Interesse hat.

Es gab Fälle wo Betriebe für drei bis sechs offene Stellen gleichzeitig Anträge gestellt haben und das AMS daraufhin einen Bewerbungstag direkt beim Betrieb organisiert hat. Von den zugeteilten Kandidaten erschien dabei oft kein einziger. Das ist kein Versagen des Systems — es spiegelt schlicht die Realität des Arbeitsmarkts in der Gastronomie und Hotellerie wider: Für diese Stellen gibt es kaum verfügbare inländische Arbeitskräfte.

Der Betrieb dokumentiert die Ergebnisse — ob Meldungen eingegangen sind, ob Gespräche stattgefunden haben — und gibt dem AMS fristgerecht Rückmeldung. Danach läuft das Verfahren regulär weiter.


Was der Unterschied beim Stammsaisonär ist

Für Mitarbeiter die bereits den Stammsaisonär-Status erreicht haben — also mindestens dreimal 90 Tage in der österreichischen Hotellerie oder Gastronomie gearbeitet haben — entfällt das Ersatzkraftverfahren vollständig. Das AMS erteilt die Beschäftigungsbewilligung direkt, ohne Ausschreibung und ohne Wartezeit. Das ist einer der größten praktischen Vorteile für Betriebe die langfristig mit denselben Mitarbeitern planen.


Was treamjob dabei übernimmt

treamjob koordiniert das Ersatzkraftverfahren vollständig — von der korrekten Anlage der Stelle im eAMS-Portal über die Kommunikation mit dem AMS bis zur fristgerechten Rückmeldung bis Donnerstag. Der Betrieb muss lediglich dokumentieren ob sich zugeteilte Bewerber gemeldet haben.

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